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Fritz-Kröber-Denkmal

Durlach

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Am 25. April 1925 kommt es in dem Industriestädtchen Durlach zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Reichsbanner-Leuten. Im Laufe der Auseinandersetzung wird der 17-jährige Hitlerjunge Fritz Kröber durch einen Schluss tödlich verletzt. Trotz unklarer Beweislage wird der Reichsbanner-Mann Otto Reize für den Vorfall verantwortlich gemacht und in einem Indizienprozess zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Er verliert seine Arbeit als Polizist, wird angepöbelt und beleidigt, die kinderreiche Familie stürzt ins Elend. Die Straßenbahnhaltestelle am Durlacher Bahnhof, wo Kröber den „Märtyrertod“ gefunden hat, entwickelt sich derweil zu einer Pilgerstätte der Nazis. Ende November 1935 errichtet die NSDAP dort schließlich ein Denkmal für ihren „Blutzeugen“. Eine Woche später streichen Unbekannte das Denkmal nachts mit roter Farbe an. Als Vergeltung für diesen Sabotage-Akt nimmt die Gestapo eine Reihe von Sozialdemokraten und Kommunisten in „Schutzhaft“ – unter ihnen auch Reize. (ah)

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