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Heiliggeistkirche

Heidelberg

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Seit 1915 ist Hermann Maas Pfarrer an der evangelischen Heiliggeistkirche am Heidelberger Marktplatz. Der überzeugte Demokrat gehört zu den frühen Wegbereitern des christlich-jüdischen Dialogs und engagiert sich bereits seit dem Ende der 1920er Jahre gegen den zunehmenden Antisemitismus. Seit 1938 leitet er die Heidelberger Niederlassung eines Berliner Hilfsbüros für Menschen, die rassistisch verfolgt sind. Dank seiner guten Kontakte ins Ausland kann Hermann Maas bis zur Enttarnung des Büros 1941 vielen Menschen jüdischer Herkunft zur Flucht verhelfen. Auf Druck der NS-Machthaber wird Maas 1943 mit einem Berufsverbot belegt und schließlich 1944 zur Zwangsarbeit nach Frankreich verschleppt. 1950 lädt ihn der Staat Israel als ersten nichtjüdischen Deutschen offiziell zu einem Besuch ein. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zeichnet Maas mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern" aus. (sd)

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