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Grab von Ludwig Marum auf dem Hauptfriedhof

Karlsruhe

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Am 3. April 1934 wird der ehemalige badische Justizminister Ludwig Marum auf dem Karlsruher Hauptfriedhof beigesetzt. Der SPD-Politiker ist im Frühjahr 1933 in „Schutzhaft“ genommen und ins KZ Kislau verschleppt worden. In der Nacht zum 29. März ist er dort von SA- und SS-Männern erdrosselt worden. Er habe Selbstmord begangen, lassen die Behörden verlauten. Die Trauerfeier für Marum gerät zu einer Demonstration des stummen Widerstands gegen die nationalsozialistischen Machthaber: Obgleich Zeitpunkt und Ort der Beisetzung auf Befehl der Gestapo nicht veröffentlicht werden durften, versammeln sich über 3.000 Menschen auf dem Hauptfriedhof und geben dem Toten schweigend sein letztes Geleit. Seit 1946 ist eine Straße in der Nähe von Marums ehemaligem Wohnhaus in der Karlsruher Weststadt nach dem ermordeten Sozialdemokraten benannt. Seit 2006 erinnert ein Stolperstein vor dem Wohnhaus in der Wendtstraße 3 und seit 2013 auch ein Stolperstein vor dem Karlsruher Ständehaus an ihn. (sd)

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