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Dorfschule

Siegelau bei Gutach

Text

Die Schule des kleinen Dorfs Siegelau ist seit 1933 die einzige weit und breit, in der nicht mit „Heil Hitler“, sondern mit „Guten Morgen“ gegrüßt wird. Hauptlehrer Adolf Klauser verbietet seinen Schülerinnen und Schülern das Entbieten des Hitler-Grußes. Das Porträtbild des Nazi-„Führers“, das neuerdings in allen Klassenräumen des Deutschen Reichs zwingend vorgeschrieben ist, versteckt er einfach hinter der Wandtafel. Das Kreuz als Symbol des Christentums hingegen bleibt – für alle gut sichtbar – im Raum hängen. Klauser erzieht die Dorfjugend zu christlichen Werten und verhindert, dass sich in Siegelau eine Ortsgruppe der Hitler-Jugend bildet. Immer wieder wird er deshalb von örtlichen NSDAP-Funktionären bedroht. Trotzdem bleibt er in seiner Haltung fest. 1941 wird Klauser schließlich nach Riegel am Kaiserstuhl strafversetzt. Eine HJ-Gruppe bildet sich in Siegelau aber auch danach nicht. (al/ah)

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